Schlagkräftige Slogans, überzeugendes Design, stimmungsvolle Musik und ein wiedererkennbarer Stil ziehen das Publikum in den Bann und sorgen dafür, dass die Botschaft im Kopf bleibt.
Das Phänomen der Ad Scams insgesamt aber leider nicht." Ein Werbeclip für Casino-Apps, der in mehreren Ausführungen über Youtube angezeigt wurde, gibt vor, ein Nachrichtenbeitrag der "Welt" zu sein. Dafür nutzt der Clip neu synchronisiertes Videomaterial sowie bearbeitete Logos cas casino frankreich grenze deutschland und Banner der "Welt". Mit dem Fake-Beitrag wurden im Spätsommer 2022 mindestens zwei Casino-Apps beworben, die mittlerweile nicht mehr in den App-Stores verfügbar sind. Derartige Werbung widerspricht laut Google den konzerneigenen Regeln für Werbung. Da der Glücksspielstaatsvertrag in Deutschland vorsieht, dass für das Bewerben von Glücksspiel eine Erlaubnis erforderlich ist, können Auflagen wie Einblendungen erteilt werden.
Die Clips könnten also gegen deutsches Recht verstoßen haben, auch weil sie redaktionelle Inhalte nachahmen. Das ist die Europäische Perspektive bei BR24. "Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Der deutsche Glücksspielstaatsvertrag untersagt Online-Angebote wie Slots und Co. strikt, dennoch läuft im Fernsehen jede Menge Werbung für die Angebote. Inzwischen gibt es auch immer mehr Glücksspielanbieter, die sich im deutschen Fernsehen oder sogar in Rap-Songs tummeln. Auf einigen werden Anbieter wie Net Bet, Platinum Play und Jackpot City vorgestellt.
| Anbieter | Markenbotschafter / Testimonial | Werbeslogan (Beispiel) | Schwerpunkt |
|---|---|---|---|
| Tipico | Ex-Fußballprofis (z.B. Mario Basler) | "Dein Spiel, deine Regeln." | Sportwetten, Unterhaltung |
| LOTTO24 | Keine prominenten Testimonials | "Einfach. Sicher. Staatlich." | Seriosität & staatliche Kontrolle |
| PokerStars | Profispieler (im internationalen Marketing) | "Where the World Plays" | Skill-basiertes Spiel, Events |
Green Casino sowie das Online Casino Casumo waren bereits im TV mit Werbespots zu sehen.
Was zu gut klingt, um wahr zu sein, ist genau das: ein Fake. Das Video verwendet echte Ausschnitte aus einer Nachrichtensendung der "Welt"; der ursprüngliche Text der Moderatorin im Studio wurde neu synchronisiert und über die eigentliche Moderation gelegt. Die Einblendung zeigt das Logo der "Welt". Der animierte Ticker, in dem Nachrichten als Textband durchlaufen, wurde inhaltlich so bearbeitet, dass er zur Geschichte des angeblichen Jackpot-Gewinns passt. Der #Faktenfuchs hat zwei solcher Videos auf Youtube gefunden, die ähnlich aufgebaut sind.
Die verwendeten Bilder, sowohl aus dem Studio der "Welt", als auch im angeblichen Beitrag unterscheiden sich etwas, der Sprechertext ist derselbe. Mit derselben Tonspur werden also unterschiedliche, aber sehr ähnliche Casino-Apps beworben. Im Fake-Beitrag einer der vom #Faktenfuchs untersuchten Werbeanzeigen handelt es sich bei der gezeigten Frau, die sich freut, um eine US-amerikanische Influencerin. Das Videomaterial stammt aus einem Video der Influencerin von Anfang April 2022. Auch die anderen Videoausschnitte scheinen aus anderen Videos kopiert worden zu sein. Außerdem noch zahlreiche weitere Anbieter, die sich durch die Fernsehwerbung einen Namen machen wollen.
Werbung muss emotional, witzig und innovativ sein, um sich in den Köpfen der Menschen zu verankern. Ohne Werbung schafft es heutzutage kaum ein erfolgreiches Unternehmen, das Publikum zu erreichen. Dabei geht es vor allem um die Zielgruppe und wie diese am besten angesprochen werden sollte. Gute Werbung ist eine der wichtigsten Säulen in der gesamten Unternehmenspräsentation. Anbieter sollten daher sorgsam und gründlich vorgehen und den Werbespots genug Aufmerksamkeit schenken. Jeder Glücksspiel-Fan kennt die berühmten und beliebten Merkur-Automaten, die von Spielhallenbetreiber und Automatenhersteller Gauselmann entwickelt werden und an der bekannten Sonne zu erkennen sind. Auch hierfür gab es bereits einen Werbespot, der auf dem Fernsehsender ProSieben ausgestrahlt wurde.
Doch ist Glücksspielwerbung im Fernsehen eigentlich erlaubt? Je beliebter Online Glücksspiele werden, desto eher wollen rechtliche Fragen geklärt werden. Doch gibt es dafür bisher noch keine genaue Regelung.
Dabei handelte es sich offensichtlich um Casino-Apps. Seit Ende September sind die Apps in den Stores von Apple und Google nicht mehr verfügbar. Dass es sich bei den beworbenen Casino-Apps um mutmaßlich betrügerische Angebote gehandelt haben könnte, legen Kommentare auf den App-Plattformen nahe. Ein User schreibt: "Scam: Natürlich funktioniert das nicht so wie in der unseriösen Werbung". Der #Faktenfuchs hat den Entwickler einer der beworbenen Apps kontaktiert und um Stellungnahme gebeten, jedoch keine Antwort bekommen.
Da es sich um mutmaßliche Glücksspiel-Apps handelte, gelten auch juristisch zahlreiche Einschränkungen, insbesondere für Werbung. Rechtsanwalt Martin Bolm cas casino deutschland roulette von der Wettbewerbszentrale hält die beworbenen Casino-Apps für erlaubnispflichtig. So muss sich laut dem Glücksspielstaatsvertrag der Anbieter zunächst eine Erlaubnis vom Staat holen, bevor er werben darf. Ist das Glücksspiel zulässig, kann die Behörde Auflagen zur Einblendung bestimmter Warnhinweise machen. Rechtsanwalt Bolm schreibt dem #Faktenfuchs: "Dass – jedenfalls in der Aufnahme, die Sie mir geschickt haben – keine Warnhinweise eingeblendet werden, kann ein Anzeichen dafür sein, dass der Betreiber keine Erlaubnis hat." Die Mail des #Faktenfuchs samt einer Frage zur Genehmigung beantwortete der Entwickler nicht. Die Rechtslage in Deutschland lässt damit genug Raum für Kontroversen.
"Selbst dann, wenn die App ein erlaubtes Glücksspiel wäre, halte ich die Werbung für unzulässig, weil sie eine Nachrichtensendung nachahmt", schreibt Bolm weiter. Der Grund: In Paragraf fünf des Glücksspielstaatsvertrags heißt es: "Werbung, die den Eindruck erweckt, ein redaktionell gestalteter Inhalt zu sein, ist unzulässig." Auch die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder geht davon aus, dass es sich bei den Angeboten um unerlaubtes Glücksspiel handeln dürfte. Die Behörde bündelt die Aufgaben der Länder zur Bekämpfung von illegalem länderübergreifendem Glücksspiel im Internet und der Werbung dafür. Google, das Mutterunternehmen von Youtube, schreibt auf Anfrage des #Faktenfuchs, man sei wegen der Fake-"Welt"-Werbung aktiv geworden. Auf die Nachfrage, welche konkreten Maßnahmen man unternommen habe, geht das Unternehmen nicht ein.
Auch auf die Frage, warum die App aus dem Playstore genommen wurde, gibt es keine Antwort. Der Konzern verweist auf die "strikten Regeln", die allgemein im Zusammenhang mit Werbung gelten würden. Dazu gehöre, dass Werbung "klar und ehrlich" sein müsse. Irreführende Werbung sei nicht erlaubt und werde gelöscht. Außerdem gebe es spezielle Regeln für das Bewerben von Glücksspiel, wobei sich Google an den jeweiligen Länderbestimmungen, in Deutschland am Glücksspielstaatsvertrag, orientiert. Laut dem Glücksspielstaatsvertrag dürfen die in der Werbung gemachten Aussagen weder irreführend noch unzutreffend sein.
Dass viel Werbung, die über Google geschaltet wird, gegen die Richtlinien verstößt, zeigen die konzerneigenen Zahlen. 2021 löschte Google demnach 3,4 Milliarden Werbeanzeigen und sperrte 5,6 Millionen Werbekunden. Wie viel davon auf Youtube entfiel, geht aus dem Google-Report nicht hervor. Auch auf die Frage, ob Google Werbeanzeigen bereits vor der Veröffentlichung prüfe, ging das Unternehmen nicht ein. Werbung auf Youtube kann vom User über einen Klick auf die drei Punkte neben dem Video und anschließend über das Feld "Warum sehe ich diese Werbung?" Der Axel-Springer-Konzern, zu dem "Welt" gehört, beantwortet Fragen zum konkreten Fall - ob etwa gegen diese Werbeclips vorgegangen worden sei - nur allgemein.
Diese Form der "Ad Scams" sei bereits bekannt und werde beobachtet. "Bei Axel Springer gehen wir konsequent gegen diese Art der Nutzertäuschung vor, und zwar so, wie es im Einzelfall am effektivsten ist. Wenn möglich, leiten wir auch zivilrechtliche Schritte ein", schreibt eine Sprecherin auf #Faktenfuchs-Anfrage. Man sei dazu auch mit den Plattformen sowie auch App-Stores im Austausch. "Das führt in der Regel dazu, dass einzelne Fake-Anzeigen wieder verschwinden. Das bezieht sich vor allem auf die mögliche Gewinnhöhe und auf die Auszahlungschancen. Bevor ein Glücksspiel Werbespot über den TV flimmert, muss er der Glücksspielbehörde vorgelegt werden. In diesem Fall ist es laut einer Werberichtlinie erlaubt, einzelne Werbung online oder im TV auszustrahlen.
Um eine kontrollierte Öffnung des Internet Glücksspielmarktes zu unterstützen, entscheidet die zuständige Behörde darüber, ob die jeweilige Glücksspiel Werbung zulässig ist oder nicht.
Dass mit einem gefälschten Nachrichtenbeitrag Werbung gemacht wird, ist für den Kommunikationswissenschaftler Michael Harnischmacher von der Universität Passau ein neues Phänomen. "Hier wird die Marke 'Welt' dafür benutzt, den Anstrich von Seriosität zu geben", sagt Harnischmacher im Gespräch mit dem #Faktenfuchs. Man wisse aus der Forschung zu Medienvertrauen, dass gerade die seriösen Medienmarken in Deutschland ein hohes Ansehen genießen, insbesondere auch bei jungen Menschen, die hier Zielgruppe zu sein scheinen, sagt Harnischmacher. "Das wird hier natürlich klar instrumentalisiert, indem ich einer gefälschten Werbebotschaft das Gewand eines seriösen Nachrichtenbeitrags gebe." Dass der Werbeclip in den vergangenen Wochen vielen Usern im Netz angezeigt wurde, lässt sich an den Statistiken von Google Trends ablesen. Google Trends gibt an, wie häufig nach einem bestimmten Begriff bei Google gesucht wird oder wurde.
Der Suchbegriff "Michelle Denker" wurde demnach insbesondere Anfang September häufig ins Google-Suchfeld eingegeben. Häufig wurde die Suchanfrage nach dem Namen auch noch um "Stuttgart" und "42 Millionen" ergänzt, also um Informationen, die in Zusammenhang mit dem Namen in dem Werbeclip genannt werden. Ob die Werbung neben Youtube auch auf anderen Plattformen zu sehen war, ist dem #Faktenfuchs nicht bekannt. Dass es bereits über das gesamte vergangene Jahr entsprechende Suchanfragen bei Google gab, legt nahe, dass derartige Werbeclips mit der gleichen Synchronisation in der Vergangenheit bereits kursierten. Die in den vergangenen Wochen in den Clips beworbenen Apps wurden - zumindest bis vor Kurzem - auf den App-Plattformen von Apple und Google zum Download angeboten.