Bei uns wird es Live-Wetten nur auf ein Endergebnis geben, mehr nicht.
Das eigentliche Ziel - ein möglichst hoher Schutz für den Konsumenten - könne mit einem staatlichen Wettmonopol nicht erzielt werden, sagt Karin Klein, Managerin beim Sportwettenanbieter bwin.party. "Ziel muss es sein, in Deutschland ein Modell zu implementieren, das erfolgversprechend ist für alle, was Konsumentenschutz betrifft, was Jugendschutz betrifft. Also zum Thema Ziele unterscheiben wir ja über weite Strecken das, was der Staat erreichen möchte, wir bezweifeln nur heftig, dass der Weg, der gewählt worden ist, der richtige ist." Bwin.party ist ein börsennotiertes Unternehmen mit Sitz in Gibraltar, von wo auch andere Anbieter ihr Wett-Geschäft steuern. Sie haben Deutschland im Visier, denn eine Liberalisierung des Glücksspiels auf dem größten europäischen Markt sei prägend für ganz Europa, glaubt die Lobbyistin. "Deutschland ist ein Vorbild und wenn Deutschland dem nicht gerecht wird, dann muss man das aufgreifen." Die privaten Glücksspielanbieter haben mehrere Gerichtsverfahren angestrengt, um das staatliche Monopol zu kippen.
Doch der Europäische Gerichtshof in Luxemburg hat Deutschland schon mehrfach den Rücken gestärkt. Zuletzt entschied er im Sommer dieses Jahres, dass Deutschland sehr wohl das Recht hat, das Glücksspiel in staatlichen Händen zu belassen. Allerdings müsse das Monopol dazu genutzt werden, die Spielsucht wirksam zu bekämpfen. In dieser Hinsicht fehle es deutschen Regeln an Gradlinigkeit, bemängeln die Luxemburger Richter. Der Staat könne nicht Suchtprävention betreiben und gleichzeitig sein Lotterie- und Sportwettenangebot bewerben.
Die Bundesländer haben daraufhin den Glücksspielstaatsvertrag 2012 überarbeitet und sich dafür entschieden, das Glücksspielmonopol grundsätzlich zu stärken. Gleichzeitig sollte bet wettanbieter mit paypal jedoch dem Wettbewerb ein Türchen geöffnet werden. An 20 private Anbieter sollten Lizenzen für Sportwetten im Internet vergeben werden. Diese Beschränkung wollen die Unternehmen jedoch nicht hinnehmen; sie finden Unterstützung beim Deutschen Fußballbund. Der Glücksspielstaatsvertrag leidet aus unserer Sicht an einem wesentlichen Mangel und das ist diese willkürliche Festlegung auf 20 Lizenzen, die ist willkürlich und ist auch nicht zu begründen." Der Versuch, den Sportwettenmarkt behutsam zu öffnen, ist schief gegangen, noch bevor er begonnen hat. Es gibt nur bestimmte Klassen, in denen überhaupt gesetzt werden kann, nicht im Jugendbereich und nicht in den unteren Amateurklassen.
Doch die Länder verteidigen das föderative Prinzip. Sie profitieren von Lotteriesteuern, die in ihren Haushalten verbleiben. 2013 kamen über das legale Glücksspiel immerhin 1,7 Milliarden Euro zusammen. Darüber hinaus fördern die Landesgesellschaften des Deutschen Lotto- und Totoblocks pro Jahr mit etwa der gleichen Summe den Breitensport, die Kultur und den Denkmalschutz. Internet als Plattform für Wetten bleibt untersagt Aber die Länder können die wachsenden Gefahren der Spielangebote im Netz nicht länger ignorieren.
Sie haben daher das niedersächsische Innenministerium mit Schlüsselkompetenzen versehen und personell aufgerüstet, um die eigenen Interessen gegen illegale Anbieter zu verteidigen. Das sei zumindest ein Anfang, findet Peter Jacoby. Der langjährige saarländische Finanzminister ist einer von zwei Geschäftsführern von Saartoto und augenblicklich amtierender Vorsitzender des Deutschen Lottoblocks. "Wir begrüßen es ausdrücklich, dass in den letzten Wochen in puncto Vollzug Bewegung gekommen ist. Vielleicht zu spät, aber die Richtung ist jetzt richtig eingeschlagen und wir arbeiten weiter daran, dass durch politische Prioritätensetzung das umgesetzt wird, was im Staatsvertrag vereinbart wurde." Der Glücksspielstaatsvertrag regelt, wer welche Spiele anbieten darf.
Das einträgliche Automatengeschäft in Spielsalons oder Gaststätten zum Beispiel ist Sache privater Veranstalter. Der Staat hingegen betreibt Lotterien und Sportwetten. Das Internet als Plattform für Wetten und Casino-Spiele zu nutzen, bleibt grundsätzlich untersagt. Die gesetzliche Beschränkung des Wettgeschäfts im Internet stört die privaten Anbieter. Die Regelung sei nicht europarechtskonform, behaupten sie, und überdies wirklichkeitsfremd. Und es gibt Obergrenzen, jeder braucht ein Spielerkonto, mehr als 2000 Euro im Monat darf ich, wenn ich interessiert bin, nicht
| Rolle | Berechtigungen | Verantwortung |
|---|---|---|
| Wettersteller (Creator) | Kann neue Wetten erstellen, Bedingungen festlegen, Teilnehmer einladen. | Klare Regeln definieren und den Wettausgang fair bestätigen. |
| Teilnehmer (Participant) | Kann angebotene Wetten annehmen, Einsatz setzen, im Chat diskutieren. | Einsatz termingerecht hinterlegen und Ergebnis anerkennen. |
| Schiedsrichter (Moderator) | Kann bei Unstimmigkeiten in einer Wette eingreifen und entscheiden. | Neutrale Schlichtung bei Konflikten. |
| App-Administrator | Vollständiger Zugriff auf alle Wetten und Nutzerdaten (für Support). | Einhaltung der Nutzungsbedingungen überwachen. |
setzen." Der Deutsche Fußballbund, der mit manipulierten Fußballspielen, bestochenen Schiedsrichtern und Spielern schmerzhafte Erfahrungen hat machen müssen, befürwortet diese Form der Qualitätskontrolle.
| Phase | Dauer (geschätzt) | Hauptaufgaben | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Konzept & Planung | 4-6 Wochen | Anforderungsanalyse, Wireframes, Tech-Stack | Detailliertes Pflichtenheft |
| UI/UX-Design | 6-8 Wochen | Mockups, Prototypen, Design-System | Klickbarer Prototyp |
| Backend-Entwicklung | 12-16 Wochen | Server, API, Datenbank, Logik | Funktionsfähige API |
| Frontend-Entwicklung (Mobile) | 14-18 Wochen | iOS & Android App-Entwicklung | Testbare Alpha-Version |
| Test & Launch | 8-10 Wochen | Beta-Test, Bugfixing, Store-Einreichung | Veröffentlichte App v1.0 |
"Wir wollen ja eben nicht, dass man wetten kann, wer macht den ersten Einwurf oder wer wird als erstes eingewechselt, denn da ist natürlich dem Missbrauch Tür und Tor geöffnet, das wollen wir nicht haben.
Eine Beeinflussung des Wettbewerbs über Sportwetten, die Gefahr ist einfach latent da, die wollen wir natürlich verhindern." Aus Sicht der privaten Anbieter schießt der Staat jedoch übers Ziel hinaus.
Das Verbot von Ereigniswetten oder die Limitierung der Einsätze verderbe den Kunden den Spaß.
"Dann wird der Vertrag wirksam und die dort vereinbarten Marketinggelder verteilt nach einem Schlüssel. Nach einem Sockelbetrag und danach wie viele Vereine und wie viele Mannschaften der jeweilige Landesverband hat." Über die exakte Summe, die von Oddset an den Fußball fließen soll, schweigt der DFB-Mann - irgendwo im einstelligen Millionen-Bereich. Oddset verzeichnet Spieleinsätze der selbst ernannten Fußball-Fachleute von etwa 140 Millionen Euro im Jahr. Diese Einsätze sinken tendenziell, weil die privaten Anbieter Oddset das Wasser abgraben. Aber das soll sich ändern, wenn der Markt über Lizenzen geregelt wird und die unliebsame Konkurrenz endlich ausgeschaltet ist.
Schließlich will auch der staatliche Anbieter davon profitieren, dass Fußballwetten breite Schichten ansprechen. Sie würden nicht als Glücksspiel betrachtet, sagt Suchtexperte Hartmut Goergen. "Sportwetten, das ist sozusagen ein sportliches Verhalten. Man diskutiert darüber, wer das nächste Tor schießt, über das Ergebnis. Dass man nebenbei auch noch Geld einsetzen kann, ist sozusagen das Beiwerk, was allmählich, je höher die Einsätze werden, auch immer größere Bedeutung gewinnt. Das Angebot sei unattraktiv und werde deshalb nicht funktionieren, argumentiert Karin Klein.
Das ist aber ein Prozess, der schleichend stattfindet und der bei uns in unserer breiten Diskussion noch gar nicht angekommen ist, was sich in diesem Sportbereich alles an Wetten abspielt." Die Länder sehen sehr wohl, was im grauen Sportwettenbereich möglich ist. Viel aufregender und auch umsatzträchtiger sind Live-Wetten, in denen darauf gesetzt werden kann, wer eingewechselt wird, wer den nächsten Einwurf macht, wer das nächste Foul begeht oder welcher Spieler gar wegen einer Tätlichkeit mit Rot vom Platz fliegt. Selbst darauf, ob der argentinische Nationalspieler Luis Suarez, der einem Gegenspieler schon einmal in den Hals gebissen hatte, es wieder tun würde, durfte gesetzt werden. Im künftig regulierten Wettangebot sei für solche Auswüchse kein Platz, sagt Michael Burkert von Saartoto. "Dieser Biss, der geht in Deutschland nicht. "Abgesehen davon hat man Poker- und Casino-Produkte außen vor gelassen. Glauben wir wirklich, dass ein internetaffiner Kunde, der bis jetzt immer Casino und Poker gespielt
hat, online, das zukünftig nicht mehr machen wird, nur weil es nicht Gegenstand des Glücksspielstaatsvertrages ist?
Der hessische Verwaltungsgerichtshof setzte die Vergabe der Lizenzen aus, noch ehe das hessische Innenministerium die 20 auserwählten Anbieter mit Konzessionen ausstatten konnte. Denn die zu kurz Gekommenen, darunter Branchengrößen wie Tipico, wehren sich mit allen juristischen Mitteln. Je länger das dauert, desto schwieriger wird es, Ordnung in den Markt zu bringen, sagt der amtierende Lotto-Block-Chef, Peter Jacoby. "Es wird unterstellt, dass mit einer Vergabe von 20 Konzessionen, also einer sogenannten Teilliberalisierung, der Markt in Ordnung kommt und mit diesem Prozess trennt sich natürlich Spreu vom Weizen. Es geht darum, dass diejenigen, die keine Konzession erhalten, vom Markt verschwinden." Mehr Schaden für Oddset als für die private Konkurrenz Ohnehin gibt es inzwischen begründete Zweifel daran, ob auch alle Bundesländer diesen Marktbereinigungsprozess vorbehaltlos unterstützen.
Schließlich haben sich die Hessen ungewöhnlich lange Zeit gelassen, die Bewerbungen zu prüfen. Ein Grund für die Saumseligkeit findet sich im Koalitionsvertrag der schwarz-grünen Landesregierung. Darin heißt es, dass Hessen von einer quantitativen Deckelung der Sportwettenlizenzen eigentlich gar nichts hält. Warum dann ausgerechnet Hessen mit der Vergabe der Lizenzen betraut wurde, bleibt das Geheimnis der Bundesländer. Fest steht allerdings, die Hängepartie schadet dem staatlichen Anbieter Oddset weitaus mehr als der privaten Konkurrenz.
Peter Jacoby: "Dass sich in der Zwischenzeit auf dem Markt etwas getan hat, wenn auch illegal, ist zur Kenntnis zu nehmen. Es gibt ja im Sportwettenbereich eine exorbitante Entwicklung, an der allerdings der staatliche Anbieter bisher völlig unzureichend, wenn überhaupt, teilnimmt." Von der Lust Millionen Deutscher, ihr fußballerisches Expertenwissen unter Beweis zu stellen, will auch der bet sportwetten legalisierung DFB profitieren, Stefan Hans. "Wir haben in Deutschland mindestens 60 Millionen Leute, die sagen, ich hab sowieso den Fußballsachverstand, ich weiß es besser und die brauchen einfach auch ein reguliertes Angebot." Der DFB hat deshalb bereits mit dem staatlichen Anbieter Oddset einen Sponsoring-Vertrag geschlossen. Nur darf Oddset erst für seine Online-Wetten in den Fußballstadien werben, sobald die Lizenzfrage geklärt ist. DFB-Vertreter Hans hofft daher auf eine schnelle Lösung des Problems. Das ist, wie wenn man einem Deutschen Farbfernsehen verbietet, man ist es gewohnt und man wird es weiter machen." Hinter den USA brächten die Deutschen dafür die größte Begeisterung auf.
| Modell | Beschreibung | Beispiel | Voraussetzung |
|---|---|---|---|
| Premium-Abo | Monatliche Gebühr für erweiterte Features. | Unbegrenzte Wetten, detaillierte Statistiken. | Ausreichender Nutzerstamm. |
| Transaktionsgebühr | Prozentualer Anteil an jedem Geldeinsatz. | 2% des Wetteinsatzes als Service-Pauschale. | Nutzung von Geldeinsätzen. |
| Werbung | Eingeblendete Werbebanner oder Video-Ads. | Werbung für Sportartikel oder Streamingdienste. | Hohe Nutzeraktivität. |
| Verkauf von Virtueller Währung | Verkauf von App-internen Credits/Coins. | 10 Euro für 1000 Coins zum Wetten. | Attraktives Belohnungssystem. |